Es ist der Albtraum jedes Vermieters: Der 5. des Monats ist verstrichen, doch beim Blick auf das Konto fehlt die wichtigste Buchung – die Miete. Sofort schießen einem Fragen durch den Kopf: Ist das nur ein Versehen? Hat der Mieter finanzielle Probleme? Muss ich jetzt sofort kündigen?
Mietrückstände sind nicht nur ärgerlich, sie können deine Kalkulation und die Tilgung deines Kredits gefährden. Doch keine Panik: Mit einem kühlen Kopf und dem richtigen Prozess bekommst du die Situation meist schnell in den Griff.
Hier ist dein Sofort-Plan, wenn das Geld ausbleibt.
Schritt 1: Die freundliche Nachfrage (Tag 4 bis 6)
Bevor du die „großen Geschütze“ auffährst, solltest du kurz prüfen, ob ein menschliches Versehen vorliegt. Manchmal ist ein Dauerauftrag abgelaufen oder es gab ein technisches Problem bei der Bank.
- Aktion: Eine kurze, freundliche Nachricht per WhatsApp, E-Mail oder ein kurzer Anruf.
- Formulierung: „Hallo Herr/Frau [Name], mir ist aufgefallen, dass die Miete für diesen Monat noch nicht eingegangen ist. Könnten Sie bitte kurz prüfen, ob bei der Überweisung alles geklappt hat?“
Warum das wichtig ist: Es bewahrt das gute Verhältnis zum Mieter, signalisiert aber sofort: „Ich habe meine Zahlen im Blick.“

Schritt 2: Die schriftliche Mahnung (ab Tag 10)
Hat die freundliche Nachfrage nach zwei bis drei Tagen keinen Erfolg gebracht oder wurde die Zahlung versprochen, kam aber nicht an? Dann musst du förmlich werden.
- Aktion: Schicke eine schriftliche Mahnung (am besten per Einwurf-Einschreiben).
- Inhalt: Benenne den genauen Rückstand (Monat, Betrag) und setze eine klare Frist für die Zahlung (z. B. 7 Tage).
- Wichtig: Weise darauf hin, dass sich der Mieter bei Zahlungsverzug schadensersatzpflichtig macht (z. B. für Verzugszinsen).
Profi-Tipp: Nutze hierfür eine rechtssichere Vorlage. Ein Formfehler in der Mahnung kann später bei einem Gerichtsstreit gegen dich verwendet werden. P
Schritt 3: Die rechtlichen Konsequenzen ziehen
Wenn auch die Mahnung ignoriert wird, musst du zum Schutz deiner Finanzen handeln. Das Mietrecht ist hier klar auf deiner Seite, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht sind:
- Ordentliche Kündigung: Wenn der Mieter über einen längeren Zeitraum immer wieder unpünktlich zahlt oder mit mehr als einer Monatsmiete im Verzug ist.
- Fristlose Kündigung: Sobald der Rückstand zwei volle Monatsmieten erreicht (oder in zwei aufeinanderfolgenden Monaten ein erheblicher Teil der Miete fehlt).
Wichtig: Eine Kündigung wegen Zahlungsverzug ist an strenge gesetzliche Fristen gebunden. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, erfährst du in diesem Ratgeber zum Mietrückstand.
Wenn alle Stricke reißen: Hier findest du die detaillierte Anleitung zur fristlosen Kündigung wegen Mietrückstand
Die Basis für jede rechtliche Handhabe ist ein wasserdichter Vertrag. Prüfe hier, ob dein allgemeiner Mietvertrag diese 5 wichtigen Klauseln enthält
Wie du dich für die Zukunft absicherst
Mietverzug ist oft ein Zeichen für tiefere Probleme. Damit du beim nächsten Mal ruhiger schlafen kannst, empfehle ich dir zwei Dinge:
Damit es gar nicht erst zu Zahlungsausfällen kommt, ist eine gründliche Prüfung im Vorfeld entscheidend. Lies hier, welche Red Flags bei der Mieterauswahl du unbedingt kennen solltest.
1. Bonitätsprüfung vor Einzug
Vorsorge ist besser als Nachsorge. Lass dir von jedem Mietinteressenten eine aktuelle Schufa-Auskunft vorlegen.
- Meine Empfehlung: Über diesen Service kannst du die Bonität deiner Mieter rechtssicher prüfen: [P
2. Vermieter-Rechtsschutz
Ein Rechtsstreit oder eine Räumungsklage kann tausende Euro kosten. Eine gute Versicherung übernimmt dieses Risiko für dich.
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Fazit
Zögere nicht zu lange! Als Vermieter bist du kein Kreditinstitut. Je schneller und professioneller du auf einen Zahlungsverzug reagierst, desto größer ist die Chance, dass du dein Geld bekommst – oder die Wohnung schnellstmöglich wieder neu vermieten kannst.
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